Tuesday, January 28, 2014

Toilettengedicht

Wer schreitet so spät durch Nacht und Wind
Es ist Goethe
Ihm drängst geschwind'

Er erreicht mit Müh' das WC
Zu spät
An seinem Fuß das bildet sich ein See

Die Türe ist zu,
Er drückt und der schwitzt,
Doch viel zu spät merkt er,
Das er auf dem Geschlossenem sitzt

Die Erleichterung er spürt,
Doch Panik ist nah
Er findet keine Rolle
Sonderbar

Er denkt
Bei Gott so ein Mist
Er hofft in seiner Tasche
Ein Tempo noch ist

Die Weile mit Eile
Er sucht und er flucht
Er findet etwas
Doch kein Taschentuch

Der Kopf er errötet
Der Kopf der erblasst,
Als er schliesslich als Nächstes bemerkte
Das die Hose ist nass

Die Sachen aus der Tasche
Er sucht und er findet
Seine Taschenuhr sogleich
Sie steht und sie tropft
Merkwürdigerweis'

Es klopft an der Tür
Ein stöhnender Mann
Ruft mit flehender Stumme
" Wer immer auch drin ist...
- Bitte -
... so lassen sie mich doch auch mal ran !"

Goethe antwortet
"Keine Problem...
Bringt mir 'ne Rolle
... dann kann ich gehen !"

Der Mann eilt hinfort
Eilt wieder herbei
"Öffnet die Tür ! ...
ich hab die Rolle dabei"

Ganz erfreut Goethe das Papier er empfängt
Mit Gruß von der Putzfrau
Ein neuer Klopinsel dran hängt

Er putzt ganz reinlich
der Mann er klopft
"Machen sie auf...
... es drängt mir unheimlich"

Die Tür er öffnet,
Erleichtert er ist,
Der Mann stürmt herein,
"Ja, Schiller, Du bist's !"

Bei Schiller
Der Schweiß fließt in Strömen
Er stürzt sich auf das Becken
Wie wilde Hyänen

Er erblicket den Deckel
Denk Sonderbar
Könnt schwören
Das der Deckel
...früher nicht so braun war...

Zum Goethejahr 1999
frei nach Goethe

(c)1999 Carsten Sulzberger

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